====== Tag 21 ====== **120mi @ 11h** * Heute hieß es <mal wieder> unfreiwillig frueh aufstehen und zwar um 0700, zum Glück war es da schon recht warm. Und weil die Silke gefragt hat: Die meisten Morgende ist schon ein gewisser Unwille dabei den warmen SSack zu verlassen, denn bis die Sonne anfängt zu wirken ist es meist noch recht kühl und zu tun hat man nix außer den ganzen Krempel aufzuladen, das öfters auch mal feuchte Zelt zusammenzulegen und nebenbei ein bischen Brot zu verschlingen. Und wenn man den Kram hinter sich hat muss man auch noch losfahren, d.h. sich wieder auf den Sattel setzten und die nicht mehr so frischen Beine anstrengen.. alles nicht so Dinge auf die man sich großartig freuen tut. Nach 20/30 Meilen geht es aber wieder aufwärts - da ist es dann hier in der Gegend meist schon recht warm und die Muskeln haben sich warmgefahren und jammern nicht mehr so rum. * Aber zurück zur Tour - heute hatte ich zum ersten mal ein paar Probleme beim Radfahren. Lag vor allem daran, dass es sehr steil losging und es ist jetzt nicht so die tollste Idee einen sowieso schon angenervten Muskel in kaltem Zustand auch noch böse zu stressen. Auch mit meiner Motivation hatte ich ein paar Probleme, als ich nach etwa 10 Meilen beim Schild "E St. Louis 80" ankam, denn das war ein sehr deutliches Vorzeichen für einen langen Tag. Ach ja - und der Wind hatte in der Nacht heimlich von SSW auf NW gedreht, was für mich sehr doof war, denn ich wollte nach NNW und hatte damit den ganzen Tag mehr oder weniger anstrengenden Gegenwind. * Zum Glück war die Strecke (Hwy 3) entlang des Missisippis nicht allzu anspruchsvoll. Gelegentlich ging es etwas auf und ab, aber nichts großartig erwähnenswertes. Nachdem ich ein paar längere Gumnastik-Pausen eingelegt hatten ging auch das fahren wieder besser - auf Geschwindigkeit konnte ich nicht fahren, dazu war der Wind zu stark, aber das übliche dahinrollen klappte ganz gut. * Demnach war es dann auch lange Zeit recht eintönig - einfach Highway 3 entlang und darauf warten, dass die 80 langsam zur 0 wird. * Gegen 15/1600 kam ich dann in der Gegend von St.Louis an. Die theoretisch beste Variante währe dann gewesen einfach auf Hwy 3 an St.Louis vorbeizufahren und dann nach St.Charles links abzubiegen. Aber das währe in etwa äquivalent dazu von Potsdam nach Wannsee um Berlin herum zu fahren - rein Streckenmäßig also nicht so optimal. Durch St.Louis durch zu fahren hatte aber auch seine eigenen Probleme vor allem die Tatsache, dass es dort nur sehr wenige Brücken gibt und da gehen meist Interstates drüber. * Theorie hin oder her, erstmal wurde alles von der Praxis über den Haufen geworfen. Denn schon im Süden von East St.Louis lief der Hwy 3 erst einmal mit einer Interstate zusammen - das wusste ich auch und hatte mir angeschaut wie ich da drum rum komme. Nur hatte ich erwartet, dass es dafür irgendeine Ankündigung gab.. die gab es auch in Form eines Schildes "unmotorized traffic prohibited", dass aber an einer Stelle stand wo die letzte Chance zum abfahren oder umdrehen schon ne Meile vorbei war. Lange rede kurzer Sinn - ich bin dann erstmal zwei Meilen auf dem Randstreifen der Interstate langgefahren bis endlich die nächste Abfahrt kam - gehört definitiv zu den Erfahrungen auf die ich auch hätte verzichten können. Bevor die Frage //warum bist du nicht einfach so runtergefahren?// auftaucht: da war ein Bach und ein Zaun, Streckenweise sogar mit Stacheldraht. {{:reiseblog:2007_usa:dias:dia_usa_072.jpg|}} * Wieauchimmer, bevor das hier völlig ausartet: ich hab dann die 3 nachdem sie die Interstate verlassen hatte wieder gefunden, ein paar Meilen ging sie aber wieder mit einer Interstate zusammen und ich bin irgendwo im Niemandsland von East St.Louis gelandet (keine Gegend wo man leben oder auch nur durchfahren möchte). Nach ner Weile rumfragen und Suchen bin ich dann auf einer der nicht-Interstate Brücken über den Missisippi und damit in St.Louis gelandet. Dort hab ich mich dann auf dem "Dr. Martin Luther King Blvd" (defintiv keine Gegend in der man wohnen möchte) und später auf der "St.Charles Rock Road" richtung St.Charles gearbeitet. In St.Charles angekommen bin ich aber nie, denn auf dem Weg dahin lag noch der Missouri und auch wenn ich mir das vorher gar nicht vorstellen konnte - da gab es tatsächlich keine Brücke die ich benutzen durfte - die einzigen währen 20 Meilen Flußauf oder weit mehr Meilen Flußabwärts gewesen - einfach mal lustig. * Ich weiß gar nicht, ob das ganze getexte jetzt Sinn ergibt, deshalb hab ich ein Bild gemalt: {{:reiseblog:2007_usa:stlouis_map.gif|}} * Ach ja - und nach St.Charles bin ich dann auch noch gekommen - im Auto. ====== Tag 22 - 25 ====== * Die Ruhewoche in St.Charles will ich jetzt mal nicht ausschmücken - ich hab viel gegessen, Tagebuch geschrieben gegessen, emails geschrieben, gegessen, St.Charles angeschaut, gegessen, in St.Louis gewesen, geschlafen.. was man halt so macht. Es gibt aber dafür ein paar Bilder: * Stefan & das Wahrzeichen von St.Louis {{:reiseblog:2007_usa:usa_h01.jpg|}} * Meine Gastgeberin und Ich {{:reiseblog:2007_usa:usa_h02.jpg|}} * Stefan & die Skyline von St.Louis {{:reiseblog:2007_usa:usa_h03.jpg|}}