====== Tag 6 ====== **82km @ 5h** * **Bibberzitterfrier**. Gegen 0830 habe ich mich zum ersten mal getraut den Kopf aus dem Schlafsack zu nehmen, gegen 9 bin ich dann aufgestanden. Es war recht frisch. * Und mein Fahrrad nervt. Ich hab mir vermutlich auf dem Flug einen Schlag im Vorderrad eingefangen und schon die erste Verbindung meiner Kettenblätter verloren - die sind irgendwie aus Alu oder noch schlimmerem Leichtgewichts-Kram und zwar coolaussehend blau, aber ansonsten unbrauchbar. Meine Bremsen haben auch ganzschön gelitten und die ganzen Zahnräder sehen schon wieder aus wie Sau. Habe ich schon erwähnt, das ich Fahrradtechnik nicht mag? * Eigentlich hätte es dann auf den Höhenweg weitergehen sollen, aber das hab ich mir geschenkt und bin im Tal auf Hwy 340 weiter Richtung Süden. Tal im Sinne von hügelig natürlich. Man hätte die Straße vermutlich so anlegen können, das sie halbwegs flach verläuft, aber in hier gehen die Straßen lieber Stur geradeaus und dafür auf und ab. Mein Blick in die Glaskugel sagt mir, das sich das auch nicht mehr großartig ändern wird. * Im großen und ganzen war es aber ein sehr ruhiger Tag, ich kam schon gegen 1600 in "Waynesborough" (o.ä.) und weil Sonntag war und der nächste "richtige" Höhenzug als nächstes kam hab ich auch direkt angehalten. Der Empfang auf dem Zeltplatz verlief in etwa wie "WAAH, ein Verrückter!" aber dafür brauchte ich nur 10, statt 30$ bezahlen. Genutz hat mir die freie Zeit am Abend aber nix, ich hab nur mit Überwindung draussen gegessen und mich dann verzogen, es war nach wie vor zu kalt. ====== Tag 7 ====== * Zunaechst ging es wieder in die Berge (Blue Ridge Parkway glaube), die waren heftig und niedlich, hat auch irgendwie 5 Stunden gedauert da drueber zu kommen, aber ich war recht frueh losgekommen. Die Abfahrt war extrem abartig, locker 12% in Serpentinen - auf der Haelfte hab ich erstmal nachgeschaut ob ich denn noch Gummi auf den Bremsen habe. {{:reiseblog:2007_usa:dias:dia_usa_051.jpg|}}u * Dann ging es weiter durch Huegelcountry, gelegentlich auch mal an kleinen Fluessen entlang - nette Gegend ( bis auf die ganzen Huegel natuerlich ) * Hatte ich schon erwaehnt, dass es in Virginia viele Huegel gibt? {{:reiseblog:2007_usa:dias:dia_usa_054.jpg|}} * So 10 Meilen vor meinem geplanten Ende wurde es mal wieder interessant, denn ich bin mal eben mit einer gebrochenen Gabel auf die Schnauze geflogen. //Moment - mit einer gebrochenen Gabel auf die Schnauze geflogen? Wie soll das denn gehen?// Ich hab keine Ahnung, aber der vollständigkeit halber meine Lieblingstheorie: <file> Langis Lieblingstheorie - Die Gabel mit der ich unterwegs war hatte ich ein Jahr vorher während einer Tour in Deutschland kaufen müssen, nachdem ich meine original Koga-Gabel zusammen mit meinem Knie bei einer etwas unglücklichen Aktion zerlegt hatte und sie (die neue Gabel) war nicht unbedingt die Mutter des Reiserad-Equipments. - Die komische große Beule kam ja auch nicht nur durch anfassen in mein Vorderrad, vielleicht war da noch mehr bei. - Das kombinieren wir jetzt mit 100Kg Gewicht die schon ohne Schlagloch auf so eine Gabel wirken und los gehts. </file> * Die Frage des Warum ist am Ende aber auch ziemlich egal - ich saß jedenfalls erst einmal da und dachte mir: "Ist nicht wahr oder?". Ich hätte da warscheinlich erstmal ne Stunde dumm rumgesessen und versucht Ruhe in meinem Kopf zu bringen, wurde aber stattdessen von einer Amerikanerin aufgesammelt, die die Dinge erstmal in ihre Hand genommen hat. Und bevor ich wieder geradeaus denken konnte saß ich schon in einem Hotelzimmer. {{:reiseblog:2007_usa:mobile:usa_mobile_003.jpg|}} * Etwas später - so richtig da war ich immer noch nicht - wurde ich dann direkt wieder abgeholt und durfte mit meiner Retterin, ihren Eltern und einer Ladung Kindern Eis essen gehen. Erst gegen Abend konnte ich mich dann endlich aufs Bett legen und abschalten. Ausruhen für die kommende Odysse.