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====== Tag 16 & 17 ====== == 330 km @ 19 km/h == * Bereits am Tag zuvor gingen meine Gedanken vor allem in die Richtung "es wird Zeit den Urlaub zu beenden" - Schweden war wie schon erwähnt landschaftlich recht eintönig, das Wetter zeigte schon den dritten Tag in folge keine Anzeichen von Besserung und zusätzlich wurde das fahren von Tag zu Tag schmerzhafter (Was nützt einem ein toller Brooks-Sattel wenn man mit Tchibo Hosen unterwegs ist deren Nähte sich schon in der Haut abzeichnen). Ich fuhr daher recht früh los um mir meine Optionen offen zu halten. Der Wind hatte auf West/Südwest gedreht kam mir also nicht mehr direkt entgegen, ich kam daher halbwegs vorwärts. Zunächst war ich noch entlang der 'großen' Inlandsstraße unterwegs, später dann auf kleineren Straßen. Irgendwo zwischendurch fällte ich dann die Entscheidung, dass ich keine Lust auf eine weitere Nacht in Schweden hatte und stattdessen direkt nach Trelleborg durchbrechen würde. * Nachdem ich Tagsüber gut vorgelegt hatte (210km als es Dunkel wurde) ging es weiter durch die Nacht. In der Gegend um Malmö stellte ich fest das die 'kleineren' Straßen, die in meiner Karte standen, gar keine derartigen waren. Die Kartenmaler hatten einfach nur alle Straßen, die zwar zum Malmöumgebenden Autobahnnetz gehörten, aber nicht als Autobahn deklariert waren als 'kleinere' Straßen eingemalt. Ich fuhr daher eine ganze Weile über meist Dreispurige Strassen mit baulicher Trennung der Fahrspuren und war glücklich, dass es mich nicht Tagsüber dorthin verschlagen hatte. * Obwohl ich immer langsamer und meine Sitzprobleme immer schlimmer wurden kam ich gegen 0400, also viel zu früh in Trelleborg an. Trelleborg war ein gutes Beispiel für den Versuch der Schweden die Radfahrer so gut wie es geht von den Autofahrern fernzuhalten, wie es ja auch in Deutschland gerne probiert wird. Ähnlich wie in D war das Ergebnis grauenhaft. Ich fand den Fährhafen irgendwann trotzdem, setzte mich dort in eine ruhige Ecke und schlief eine Runde. * Irgendwann durfte ich dann auf die Fähre, die leider total langweilig war - selbst das Essen war schlecht. Der Duty-free-Shop hatte ein gutes Angebot an Whisky aber der Rest war für die Tonne. Nach 5 Stunden überfahrt kam ich in Rostock an, wo der Spaß mit den bescheuerten Radwegen erneut losging. Dort hatte ich wirklich die Befürchtung, dass ich mir meine Laufräder nach über 2000 km auf den letzten Metern zur Sau machen würde. Sie (die Befürchtung) trat aber zum Glück nicht ein und mit ein bisschen Rumfragen fand ich auch den Bahnhof ohne größere Sorgen. * Die Rückfahrt wollte ich dann eigentlich im Interconnex nach Gera antreten um nicht wieder ständig umsteigen zu müssen, aber im Interconnex-Infoheft mußte ich lesen das die Firma sich eine Vorbestellung bei Fahrradmitnahme wünscht. Wie ich dort anrief wurde das bestätigt mit der Aussage "Ne, das geht nicht - das hätten sie bis spätestens früh um 9 Vorbestellen müssen" - Mein Argument dass ich um die Zeit noch in Schweden rumhing wollte die gute Dame nicht gelten lassen. Und ja ich kenne die Aussage "die hätten dich bestimmt trotzdem mitgenommen", aber das Risiko dann dumm dazustehen war mir zu groß denn nach der Abfahrt des Interconnex währe ich an dem Tag per Bimmelbahn nur noch bis Halle gekommen. * Lange Rede kurzer Sinn - ich löste mir ein Bimmelbahn-Ticket nach Ilmenau für ca 65EUR und habe drei vernichtende Adjektive über die Rückfahrt im Angebot: ruhig, easy, entspannt. Sie haben richtig gelesen, selbst ich, der ich seit meiner Bundeswehrzeit Zugfahren nicht mehr ausstehen kann hatte nicht viel auszusetzten - Ich mußte nur einmal den Bahnsteig wechseln (und hatte dafür 15 Minuten Zeit) und in 5 der 6 Züge konnte ich ebenerdig einsteigen. Im Vergleich zur 'Hinfahrt' nach Flensburg ein extremer Unterschied. === Wort zum Abschluss === * Ich kann zum Abschluss nur sagen, das der Urlaub - und das will ich ganz besonders betonen - ohne übertreiben zu wollen, will ich auch sagen, dass auch unter Einbeziehung der äußeren Umstände, und v.a. ohne exakte Grammatik - selbst unter anderen Gesichtspunkten, muss einfach gesagt werden - wenn jemand und Überhaut auch einmal sagen will, dass es auch wenn dann und nur dann - kann ich nur sagen: Tröt. (sehr Frei nach Vicco von Bülow)


2014/03/18 17:43